2025/2026Vereine

Ligue 1 – Abstieg: Alles könnte sich wieder ändern

Während auf dem Spielfeld die Meisterschaft der Ligue 1 bereits seit drei Wochen beendet ist, ist in den Büros noch nichts entschieden. Tatsächlich wurden mit dem Abschluss der Saison 2025/2026 die Entscheidungen gefällt, und wie jeder weiß, wurde der Club Africain zum Meister gekrönt, während der Avenir Sportif de Gabès, der Avenir Sportif de Soliman und die Jeunesse Sportive Kairouanaise abgestiegen sind, gemäß den Saisonbestimmungen, die vorsehen, dass die drei Letztplatzierten der Gesamttabelle die Ligue 1 verlassen. Diese sportlichen Entscheidungen könnten sich jedoch in den kommenden Tagen ändern.

Die Angelegenheit kam unmittelbar nach dem Saisonende ans Licht, als die JS Kairouanaise, die laut der nach dem 30. Spieltag erstellten Tabelle in die Ligue 2 abgestiegen war, eine Mitteilung über eine von Gläubigern gegen den Club Athlétique Bizertin und den Avenir Sportif de Gabès eingereichte Beschwerde veröffentlichte. Grund war die Nichteinhaltung von Vereinbarungen, die zur Beilegung von Streitigkeiten geschlossen worden waren. Gegen die nordtunesische Mannschaft und AS Gabès hätte wegen Verstoßes gegen diese Vereinbarungen voraussichtlich ein Abzug von sechs Punkten verhängt werden müssen.

Diese Angelegenheit setzte einiges in Bewegung, und die Erste Instanz des Tunesischen Fußballverbands (FTF), die mit dem Fall befasst wurde, hat sich nicht dazu geäußert und sich nun dieser Last entledigt, indem sie den Ball an das Verbandsbüro der FTF weitergab. Sie ist der Auffassung, dass die Entscheidung in dieser Angelegenheit nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.

Eine Entscheidung, die erneut den Unmut der Verantwortlichen aus Kairouan ausgelöst hat. Sie sind der Ansicht, dass diese Instanz ihre Unzuständigkeit bereits vor Monaten hätte erklären müssen und nicht bis jetzt hätte warten dürfen. Sie meinen außerdem, dass die Erste Instanz durch ihren Rückzug aus diesem Dossier lediglich die Position der JSK bestätige, die sich das Recht vorbehält, jede Person zu verklagen, die an dieser als ungerechtfertigt angesehenen Verzögerung beteiligt ist.

Die Verbandsführung wird in diesem Fall so schnell wie möglich entscheiden müssen und sollte logischerweise die Entscheidung des Internationalen Fußballverbands (FIFA) anwenden, um eine Eskalation seitens der JSK und sogar des AS Soliman zu vermeiden, die damit gedroht haben, die internationalen Instanzen anzurufen – etwas, das die FTF unbedingt vermeiden möchte.

Tatsächlich hat auch der von dieser Angelegenheit betroffene Avenir Sportif de Soliman seinen Unmut deutlich gemacht und ging sogar so weit, der Ersten Instanz Pflichtverletzungen vorzuwerfen.

Der Vorstand des CA Bizertin reagierte mit einer Mitteilung, in der er seine Position und die Einhaltung der Entscheidungen internationaler Instanzen verteidigt. Der Verein erklärt, dass für alle gegen ihn ergangenen gerichtlichen Entscheidungen Ratenzahlungsvereinbarungen mit den betroffenen Parteien geschlossen wurden, und präzisiert, dass die ersten beiden gemäß diesen Vereinbarungen vorgesehenen Raten bereits bezahlt wurden.

Die Verantwortlichen des nordtunesischen Vereins fordern die FTF und die Sportinstanzen auf, die Prüfung dieses Falls zu beschleunigen, um allen Spekulationen und Gerüchten ein Ende zu setzen.

Was AS Gabès betrifft, ist eine Reaktion eher unwahrscheinlich. Die Mannschaft ist bereits in die Ligue 2 abgestiegen, und ein Abzug von sechs Punkten würde das Urteil lediglich bestätigen.

Ein weiterer Fall, der das ohnehin schon triste Klima in der Welt des tunesischen Fußballs weiter verschärft
Ohne den Dingen vorgreifen zu wollen: Sollte die Entscheidung über den Punkteabzug bestätigt werden, würden CAB und ASG jeweils sechs Punkte verlieren. Für ASG würde sich dadurch nichts an der Platzierung ändern, und der Verein bliebe weiterhin Tabellenletzter. CAB hingegen, das nach dem 30. Spieltag 33 Punkte aufweist, würde auf 27 Punkte zurückfallen. Dies würde den Verlust von drei Tabellenplätzen bedeuten und der JSK den Klassenerhalt sichern (31 Punkte).

All dies sind bislang lediglich Vermutungen in Erwartung des endgültigen Urteils der FTF. Die kommenden Wochen werden für alle Beteiligten lang werden, und je nach Entscheidung der FTF sowie möglichen Einsprüchen der betroffenen Mannschaften kann sich noch alles ändern.

Quelle: Le Temps